Die Wikinger-Pfanne

Über historische Brat-Pfannen zu Wikinger-Zeit

In der Zeit der Wikinger war ungesäuertes Fladenbrot eine schnell zu fertigende Speise für die tägliche Küche. Für die Herstellung von Fladenbrot nutze man in der Wikinger-Zeit eine flache, langstielige Pfanne, die man einfach auf die Glut des offenen Herdfeuers schob.

In der Mitte waren diese Wikinger-Pfannen mit einem einzelnen Niet am Stiel der Pfanne befestigt. So war es möglich, den Pfannen-Teller mit einem Stück Holz etwas zu drehen und so das Bratgut optimal der jeweils benötigten Hitze auszusetzen – so konnte nichts anbrennen!

Neben dieser flachen Bratpfanne gab es auch Wikinger-Pfannen mit höherem Rand und auch solche, die aus einem einzigen Stück geschmiedet und mit einem spiralförmig aufgerollten Ende als Eisenrost versehen waren. Diese boten sich bestens für die Zubereitung von geröstetem Fleisch an.

Pfannen der Wikinger-Zeit wurden unter anderem in Oseberg, York und Gloppen gefunden.

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Um ein Fladenbrot zu backen wurde ganz einfach etwas Mehl mit Wasser und einer Prise Salz vermischt, alles zu einem zähen Teig verknetet und von Hand zu einem dünnen, leidlich runden Fladen ausgeformt.
Auf der mit einer Speckschwarte, einem Stück Butter oder etwas Öl gefetteten Wikinger-Pfanne wurde der Fladen in wenigen Minuten zubereitet – eine schmackhafte und knusprige Zutat zur täglichen Grütze oder dem üblichen Eintopf-Einerlei.

Diese Wikinger-Fladen lassen sich übrigens wunderbar variieren, indem man dem Teig einfach klein geschnittene Zwiebeln, Lauch, Speck, Wurst, Käse, Pilze oder Gemüse beifügt, und auch mal ein Ei hineinschlägt. Dabei muss man beachten, dass, je mehr der Teig aufgepeppt wird, um so mehr Ei als Kleber nötig ist, damit der Fladen am Ende nicht auseinander fällt.
Sogar als eine Art Wikinger-Pizza kann man diese Fladen wunderbar zubereiten.

Ein Schuss Bier gibt dem Teig übrigens zusätzlich ein besonderes Aroma und macht ihn durch die Kohlensäure auch etwas lockerer. Entscheiden für die Zubereitung ist in jedem Fall aber, dass man den Fladen nicht zu schnell zu großer Hitze aussetzt, die Pfanne also nicht direkt ins Feuer hält, sondern ihm genügend Zeit lässt auf einem Glutbett ordentlich durchzubacken und ihn ab und an wendet – so werden beiden Seiten schön kross.

Eines muss man jedoch gestehen – solche ungesäuerten Fladen lassen sich nur frisch zubereitet wirklich genießen, denn schon nach ein, zwei Tagen sind sie hart und ungenießbar und eignen sich eigentlich nur noch dazu in die Suppe gebrockt zu werden.

Die Wikinger-Pfanne bietet sich aber auch an, um ein Stück Fleisch oder einen Fisch zu braten oder sich einfach mal ein Spiegelei oder Rührei zu machen, wobei man allerdings aufpassen sollte, dass einem der Braten nicht aus Versehen von der randlosen Pfanne rutscht. Aus York ist auch eine Wikinger-Pfanne mit höher gezogenem Rand bekannt.

Die Hauptnahrung in der Wikinger-Zeit waren allerdings in der Regel Grützen und Eintöpfe, die den ganzen Tag über sacht am Rande des Feuers vor sich hin köchelten und mit allem gefüttert wurden, was sich so im Haushalt über den Tag fand, wie die Brotreste vom Frühstück, Gemüse natürlich und grob gemahlenes Korn oder Hirse, ab und an mal ein Stück Fleisch, doch das eher selten, Zwiebeln und Lauch sicher in rauen Mengen und was der Garten sonst noch so hergab – und immer wieder Wasser nachgießen, damit nichts anbrennt, so ergibt sich letztlich ein schmackhafter, gehaltvoller Brei!

Zum Reinigen der Wikinger-Pfanne reichen eigentlich frisches Wasser und eine Handvoll Sand. Mit Spülmitteln sollte man eher sparsam zu Werke gehen, denn die natürliche Fettschicht der zubereiteten Speisen schützt bestens vor dem Anbrennen weiterer Gerichte.

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Literaturhinweise A.J. Mainman u. N.S.H. Rogers. 2000. Craft Industry and Everyday Life: Finds from Anglo-Scandinavian York. Vol 17: The Small Finds (York 2000). A.W. Brögger, H. Falk, H. Shetelig (Hrg.), Osebergfunnet (4 Bände, Oslo 1917-1928).

Verfasst von Peer Carstens, Dippoldiswalde 2011

 

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Ein Gedanke zu “Die Wikinger-Pfanne

  1. das Bier im Teig gibt nicht nur die Würze – die Kohlensäure im Bier sorgt auch dafür, dass der Teig etwas aufgeht, die Fladen also nicht ganz so fest werden.
    Kann der Teig vor dem Backen etwas ruhen, entwickelt sich die Klebereigenschaft des Mehls besser. Für Teig mit Zutaten braucht es also nicht unbedingt ein Ei, etwas Zeit reicht auch.
    Steht er noch ein bisschen länger – weil er vergessen wurde oder etwas dazwischen kam – wird er entweder schlecht (stinkt!), oder es entwickeln sich Milchsäurebakterien, wie im Sauerteig. Der Fladen wird lockerer und bekömmlicher.
    Guten Appetit!

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