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Die Franziska Wurfaxt

Über die Franziska - die Wurfaxt der Franken und Alamannen

Die Franziska war die charakteristische Waffe der Franken und so findet sich in den frühen Gräbern der Merowinger neben dem Scramasax fast ausnahmslos die Franziska als Waffe wieder.

Die Wurfaxt kam als Waffe vom 2. nachchristlichen Jahrhundert bis ins hohe Mittelalter vor, und so war der Gebrauch der Wurfaxt z. B. auch bei den Alemannen im südlichen Deutschland weit verbreitet. Doch die Franziska selbst wurde nur von den Franken vom 4. bis 9. Jahrhundert benutzt.
Sie wurde vor allem in den ehemaligen fränkischen Gebieten, aber auch in England gefunden, wohin sie durch fränkische Krieger in sächsischem Sold gelangte.

Der Axtkopf der Franziska war generell mit einem vierkantigen Rücken versehen, runde Formen traten so gut wie nie auf, was vielleicht mit dem höheren Gewicht und damit besserer Wurfleistung der eckigen Axtköpfe zu tun hat. Die Franziska hatte zudem ein in der Regel nach oben hin etwas spitz zulaufendes Blatt und einen am unteren Ende leicht geschweiften Griff, der die Drehbewegung der Axt beim Werfen unterstützte.

Die Franziska wurde zur Eröffnung der Schlacht aus einer Entfernung von etwa 10 - 12 m in die feindlichen Reihen geschleudert, um vor dem Hauptangriff Lücken in die gegnerischen Linien zu reißen und Unruhe zu schaffen, bevor die Krieger mit Lanzen und Schwertern in den feindlichen Haufen einstürmten.

Oftmals brachen die Stiele der Franziska beim Aufschlagen und konnten somit nicht mehr zurückgeworfen werden. Eine ähnliche Strategie wurde auch mit dem römischen Wurfspeer verfolgt, der sich beim Aufprall verbog. Jeder, der sich mit der Franziska übt, solltet also damit rechnen, dass der Stiel dabei ziemlich sicher früher oder später zu Bruch geht!

Es gibt auch eine historische Anekdote zum Gebrauch der Franziska: Der französische Geschichtsschreiber Gregor von Tours berichtete über den fränkischen König Chlodwig, dass dieser auf einem Heerzug befohlen hatte, die Stadt Reims nicht zu plündern, da er mit Remigius, dem Bischof von Reims, befreundet war.

Einer seiner Gefolgsleute hielt sich jedoch nicht an Chlodwigs Befehl, überfiel die Stadt und plünderte dabei auch die Kirchen. So trat Remigius an Chlodwig mit der Bitte um die Rückgabe einer kostbaren Vase heran, die ihm besonders viel bedeutet hatte. Chlodwig verlangte daher bei der Verteilung der Beute diese Vase für sich.

Alle waren dazu bereit außer einem Krieger, der der Meinung war, dass Chlodwig nur das bekommen solle, was er durch das Los zugesprochen bekäme und zertrümmerte die Vase mit seiner Franziska.

Als Chlodwig auf der Heerschau im Frühjahr des folgenden Jahres die Waffen seiner Krieger inspizierte, erkannte Chlodwig jenen Krieger, nahm dessen Axt und warf sie zu Boden, weil sie seiner Meinung nach nicht genügend gepflegt war.

Als der Krieger nun die Franziska wieder aufheben wollte, griff Chlodwig seine eigene Axt und zertrümmerte dem Krieger den Schädel mit den Worten, dass er besser an jene Vase hätte denken sollen.


Verfasst von Peer Carstens, Dippoldiswalde 2010

Bildnachweis Wikipedia

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