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Wie man selber ein Stück Leder richtig färben kann

Leder selber färben mit den Lederfarben von Tandy.

Tandy-LederfarbenHier geht es um das Färben von Leder mit Tandy Leder-Farben, die speziell für den Heimanwender entwickelt worden sind und sehr gute Resultate bringen.

Das richtige Färben von Leder ist von einigen wesentlichen Faktoren abhängig. Entscheidend ist vor allem die jeweils verwendete Gerbart des Leders, die nicht in allen Fällen feststehen mag.

Daher bietet es sich an, immer erst einen kleinen Teststreifen Leder zu färben und sich von dem Ergebnis zu überzeugen.
Normalerweise wird nur naturelles Blankleder gefärbt, also ungefärbtes Leder ohne Zurichtung.

In einigen Fällen kann es auch möglich sein, bereits gefärbtes Leder überzufärben, doch die Ergebnisse sind meistens etwas fragwürdig und hängen stark von der jeweiligen Erstfärbung ab, da der Alkohol die alte Farbe anlösen kann.

Lösungsmittelhaltige Farben, wie Fiebings Leather- und Oildye sind generell nicht für das Färben von Möbeln oder Sitzflächen geeignet.
Auch können hiermit eigentlich keine zugerichteten Leder nachgefärbt werden, auch wenn im Einzelfall durchaus gewisse Erfolge möglich sind.

Entscheidend für die Wahl der Farbe zum Färben ist auch, ob Leder großflächig gefärbt werden soll (Pro- und Oildye), oder eher kleinere Muster gemalt werden sollen (Acrylic Dye), oder ob man nur eine Tönung erhalten will (Antikstain- und finish).

Leder färben mit Fiebing's Oil Dye

färben mit oil dyeFiebing Oil Dye ist eine ausgezeichnete, wasserfeste Einzieh-Lederfarbe auf Öl- und Alkoholbasis, die für den professionellen Einsatz entwickelt wurde und Leder sehr gut färbt.

Die Sättigung ist hervorragend, verbunden mit einer sehr guten Lichtechtheit. Ideal geeignet, um naturelles Leder großflächig zu färben. Erhältlich sind verschiedene Farben, die auch untereinander mischbar sind.

Für ein optimal gleichmäßiges Farbbild und eine eingheitliche Lederfärbung kann es ggf. sinnvoll sein, die Lederoberfläche vorher leicht anzufeuchten. Der Farbauftrag erfolgt bei kleineren Arbeiten am besten mit einem Dauber- s.u. -, bei größeren mit einem Schwamm in kreisenden Bewegungen.

Gut geeignet ist Fiebings Oil Dye auch für Airbrush. Bei fettigem Leder empfiehlt sich ggf. das Leder etwas mit Essig abzureiben.
Sollte ein einmaliger Auftrag nicht ausreichen, was von der Saugfähigkeit des jeweiligen Leders abhängt, muss man das Leder ein zweites Mal färben, um ein gleichmäßiges Farbbild zu erzielen.

Eine abschließende Lederfärbung mit Fiebing Antik-Leather stain oder Leather Finish kann dem Farbauftrag noch mehr Tiefe geben bzw. zu rein wirkenden Farben ein satteres, natürlicheres Bild verleihen.

Insbesondere Schwarze Farbe sollte bei manchen Ledern in jedem Fall mit Leather Antik Stain nachbehandelt werden, um einen wirklich satten, deckenden Farbton zu erhalten.

Vor dem Lackieren sollte das Leder je nach Luftfeuchtigkeit ein bis zwei Tage trocknen und überschüssige Farbpigmente mit einem Baumwolllappen abgerieben werden.

Eine Versiegelung mit einem Lederlack wie Acrylic Resolene, Leather Shene oder Super Shene ist angeraten, wenn auch nicht in jedem Fall notwendig.

Leder färben mit Fiebing's Leather Dye

Färben mit Leather Dye

Fiebing Leather Dye ist eine sättigende Lederfarbe auf Alkoholbasis, die das Leder gut durchfärbt und hervorragend untereinander zu mischen ist, wodurch sich neben den sehr gut sortierten Grundfarben leicht auch eine breite Palette von Zwischenfarbtöne erzielen lässt.

In jeder Packung ist neben der Flaschen auch ein Wollpuschel, ein sog. Dauber, für den Farbauftrag enthalten, mit dem man gut kleinere Partien Leder färben kann.
Für größere Lederflächen ist ein Schwamm allerdings besser geeignet, wobei für einen großflächigen Auftrag generell Oildye empfehlenswerter wäre.

Beim Färben des Leders sollte die Farbe sollte eventuell mehrfach aufgetragen werden, um eine optimale Sättigung zu erhalten, da die Deckung in Abhängigkeit von der jeweilige Gerbart und Saugfähigkeit von Leder zu Leder stark variieren kann.

Die Lederfarbe ist nicht völlig lichtecht, d. h. bei längerer Einwirkung von UV-Strahlung neigen manche Farben zum Verblassen. Wichtig: die Farben weiß und grau lassen sich nicht mit den anderen vermischen!

Für eine gezielte Mischung der Lederfarben eignet sich übrigens hervorragend eine handelsübliche Pipette. Zum Aufhellen der Lederfarben dient Solvent, was z. B. bei dunklen Tönen wie blau manchmal angebracht ist, sowie zum Reinigen der Pinsel und Dauber.

Auch diese Lederfarbe kann mit Antik nachbehandelt werden, um eine natürlichere Tönung zu erhalten. Ansonsten gilt das gleich wie für Oil Dye.

Mischverhalten von Tandy-Lederfarben
Gelb und blau = Grüntöne
Rot und grün = Rot- und Orangetöne
Rot und Blau = Violett, Lila, Flieder
Rot und Lila = Weinrot
Braun und gelb = goldwarm
Braun und rot = rotbraun

Schwarz oder dunkelbraun hinzugemischt dunkelt die Farben, Solvent hellt sie auf.

Leder färben mit Fiebing's Leather Stain / Eco Flo


Eco FlowDiese spezielle Lederbeize auf Wasserbasis ist wunderbar geeignet, um naturelles Leder zu altern bzw. zu reine oder helle Farben nachträglich abzudunkeln, da sowohl Oil Dye als auch Leather Dye in Abhängigkeit vom verwendeten Leder oft etwas zu rein und das gefärbte Leder dadurch manchmal etwas unnatürlich wirkt.

Antique Leather Stain ist leider nicht mehr überall erhältlich, die Alternative ist Tandy Eco Flow. Beide Farben werden gleich verarbeitet.

Die Farbe wird großzügig auf dem naturellen oder bereits schon gefärbten Leder mit einem Dauber oder Schwamm in kreisenden Bewegungen aufgetragen. Für einen gleichmäßigen Farbauftrag kann es dabei hilfreich sein, das Leder vorher etwas anzufeuchten.

Nachdem das Leder gefärbt ist sollte es nur kurzem Antrocknen ( œ bis 1 Minute), dann wird die Antik-Lederfarbe mit einem Baumwolllappen wieder abgewischt, wobei die Verweildauer auf dem Leder sowie die Stärke des Wischens und die Saugfähigkeit des Leders die Farbintensität beeinflussen.

Ggf. muss das Leder ein zweites Mal gefärbt werden. Mit der Beimischung von Reducer lässt sich die Tönung der Farbe auch etwas aufhellen, was normalerweise aber nicht notwendig ist.

Die Antik-Lederfarben lassen sich auch untereinander mischen und sind wie beschrieben als Zweitauftrag für Oil- und Pro Dye geeignet, sie können aber nicht den Dyes direkt beigemischt werden, da es hier zu Ausfällungen kommt.

Eine Versiegelung des Leders mit Lederlack wie Acrylic Resolene, Leather Shene oder Super Shene ist unbedingt notwendig, da die Anti-Lederfarbe ohne Schutzfilm nicht wasserfest ist.

Ein interessanter Effekt entsteht, wenn einzelne Partien auf dem Leder vorab gezielt mit Lack behandelt wurden (1-2 Tage trocknen lassen) und anschließend mit Antik gefärbt wird.
Die zuvor lackierte Stelle bleibt hierbei hell und hebt sich vom gefärbten Untergrund deutlich ab, wodurch man einen schönen Zweiton-Effekt erhält.

Leder färben mit Fiebing's Antique-Finish

Antique-FinishDieses pastöse, gefärbte Lederwachs ist besonders geeignet, um die natürliche Maserung des Leders deutlicher hervorzuheben, bzw. punzierte Muster besser herauszustellen.

Das Lederwachs ist auch ideal als Zusatzfinish für Fiebing Dyes geeignet, um der Färbung eine weniger reine, natürlichere und kräftigere Optik zu geben.
Insbesondere als Zusatzauftrag für schwarze Lederfarbe ist es unbedingt empfehlenswert, um eine wirkliche tiefe Sättigung zu erzielen.

Der Auftrag erfolgt am besten mit einem Lappen. Das Antique Finish kurz antrocknen lassen und anschließend mit kreisenden Bewegungen nachpolieren.

Eine Versiegelung des gefärbten Leders mit Acrylic Resolene, Leather Shene oder Super Shene ist auch hier unbedingt notwendig, da das Lederwachs ohne Schutzfilm nicht wasserfest ist.

Leder nach dem Färben lackieren

LederlackAuch wenn es sich ein wenig seltsam anhören mag, aber gefärbtes Leder sollte generell lackiert werden, damit es nicht abfärben kann.
Hierzu gibt es eine Reihe von Lederlacken mit unterschiedlichen Eigenschaften und für die jeweilig verwendete Farbe optimiert.

Eco Flo Satin Shine und Super Shine bieten sich für fast alle Arbeiten an und geben einen angenehmen matten, bzw. leicht glänzende Überzug.
Glänzend ist dabei für die meisten Arbeiten zu empfehlen, denn es hebt die Wirkung des Leders und sieht dennoch nicht unnatürlich aus.

Alternativ gibt es auch andere Produkte zum Versiegeln von gefärbtem Leder wie Leather Balm, Acrylic Resolene, Tan Cote und andere.
Gemeinsam ist allen, dass sie mit einem Lappen oder besser noch einem leicht angefeuchteten Schwamm aufgetragen werden.

Interessante Effekte erzielt man, wenn Lederlack mit einem Pinsel auf bestimmte Bereiche des Leders, zum Beispiel Punzierungen, aufgetragen und das Leder nach dem Trocknen mit Eco Flo gefärbt wird, wobei die zuvor lackierten Stellen heller bleiben.

Lederfarbe     Leder-Versiegelung     Lederversiegelung

Bei größeren, oder mehreren gleichzeitigen Projekten empfiehlt sich das rationellere Auftragen mit einem Spray.
Sehr gut geeignet für fast alle gefärbten Leder ist Fiebings Leather Shene, das einen samtig matten Überzug erzeugt und das Leder zuverlässig versiegelt.
Wer einen intensiven Glanz erzeugen möchte, der ist mit Fiebings Sadle Lack gut beraten.

Lederkanten richtig versiegeln

Edge CoteWill man einer Lederarbeit ein professionelles Gesicht geben, so ist nichts besser dafür geeignet, als eine geschwärzte Lederkante.

Eine Versiegelung der Kanten ist zwar nicht unbedingt notwendig, erhöht aber deren Stoßfestigkeit, beugt vor allem dem Ausfransen vor und sieht einfach gut aus.
Zusätzlich hebt eine gefärbte Lederkante den Gesamteindruck des Leders und verleiht ihm einen edlen Charakter, weswegen Kantenfarbe bei hochwertigen Lederarbeiten immer zum Einsatz kommen sollte.

Lederkanten abrunden
Mit einem Kantenzieher wird auf der Ober- und Unterseite des Leders jeweils ein dünner Span abgehoben und die solchermaßen mit zwei Fasen versehene Kante mit einem Schwamm und Wasser anschließend etwas angefeuchtet.

Lederkanten Polieren
Mit einem Falzbein aus Plastik oder Knochen (eigentlich eignet sich jeder feste, glatte Gegenstand) reibt man gleichmäßig in schnellen Bewegungen über das Leder bis sich die Fasern verdichtet haben. Ggf. muss bei zu rauem Leder das Anfeuchten wiederholt werden.
Besser noch geht es mit einer speziellen Polierscheibe, die man auch mit einer simplen Schloss-Schraube an einer Standbohrmaschine befestigen kann, wodurch das Polieren größerer Stückzahlen erheblich erleichtert wird.

Lederkanten Versiegeln
Nach dem Polieren kann die Kante zusätzlich noch versiegelt werden.
Sehr gut geeignet ist hierfür Gum Tragacanth, ein harzhaltiger Überzug, der die Kanten transparent und flexibel versiegelt und dabei glättet.
Er wird einfach mit einem Pinsel oder Schwämmchen aufgetragen (auch der Finger tut es).
Nach dem recht zügigen Antrocknen wird noch einmal nachpoliert. Eventuell muss der Vorgang bei zu fusseligem Leder noch einmal wiederholt werden.

Wie man Lederkanten richtig schwärzt

Alternativ zur Gummierung, die farblos ist, kann man die Kante auch schwärzen, was in jedem Fall besser aussieht.
Die einfachste Möglichkeit ist hierbei ein schön dicker Edding, allerdings gerät die Sättigung dann etwas dürftig, wirkt recht stumpf und bleicht irgendwann auch etwas aus.

Besser ist eine richtige Kantenfarbe für Leder, z.B Fiebings Edge Coat. Vor der Verwendung gut aufschütteln.
Zum Auftrag eignet sich am besten ein kleines Stückchen Schwamm, das man mittels einer Wäscheklammer mit nicht zu festem Druck an der Lederkante entlangführt.

Auch ein Dauber eignet sich hierzu recht gut, neigt aber etwas zum Übermalen. Sollte die Farbe in der Flasche zu zäh geworden sein, kann diese ggf. mit Wasser wieder etwas verdünnt werden. Schwierige Stellen an Taschen etc. erreicht man am besten mit einem Pinsel.

Abzuraten ist von Kantenfarbe in Flaschen mit Dosierauftrag, denn diese taugen in den seltensten Fällen etwas.
Der Auftrag gerät zu schwach oder zu stark, wird zumeist unsauber und nach einem halben Jahr ist der Dosierkopf eh' schon eingetrocknet...

Es geht allerdings alles auch etwas umständlicher...

Das Aufputzen von Lederkanten

So lernte es noch der Sattler: Die Lederkante wird nach dem Schneiden mit einem Kantenzieher gerundet und dann in eine Richtung mit feinem 100er-Schleifpapier geglättet. Sehr lose Fasern sollten eventuell mit einem heißen Eisen abgebrannt werden.

Zur Herstellung von Aufputzmittel wird Wasser und Gummi Arabicum im Verhältnis 1:1 miteinander gemischt, wobei ein Gefäß zur Hälfte mit Wasser gefüllt wird und ein paar Löffel Gummi Arabicum Pulver zugegeben werden, dann schütteln und warm stellen.

Diesen Prozess wird so lange wiederholt, bis die gewünschte sahnige Zähigkeit erreicht wurde. Um die Kante dunkel zu färben, kann man nach Bedarf noch Holzbeize auf Wasserbasis oder Pflanzenfarbe zugeben.

Mittels eines Schwamms wird das Aufputzmittel auf die Kante aufgebracht und trocknet innerhalb von 10 bis 30 Minuten auf.
Nach einem weiteren vorsichtigen Schleifen und Aufputzen ist die Kante versiegelt. Mit Wachs unf einem Falzbein kann die Lederkante anschließend noch auf Hochglanz nachpoliert werden. Na, viel Spaß dabei….

Leder richtig färbenLeder richtig färben
Eine hervorragende Übersicht zum Färben von Leder mit den Farben von Tandy erhält man mit dem Heft Coloring with Eco Flo, in dem anhand von praktischen Beispielen eine breite Palette an Möglichkeiten aufgezeigt wird, wie man Farben und Lacke für die unterschiedlichsten Leder-Projekte gezielt einsetzen kann.

Bezugsquelle für Tandy-Lederfarbe
Auf Anfrage bekommt man einen Katalog mit dem kompletten Tandy-Programm zugeschickt, das neben Lederfarben auch Punziereisen und viele andere Werkzeuge für die Lederbearbeitung beinhaltet.

Leder-Hobby
Seestrasse 103
13353 Berlin
Telefon: 030 - 4518510
www.leder-hobby.de

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