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Über das Hakenkreuz

Die Swastika - Wissenswertes über das Hakenkreuz

HakenkreuzDas Hakenkreuz wird auch nach dem indischen Glücksbringer auf Sanskrit Swastika genannt. Es ist ein Kreuzsymbol mit entweder abgewinkelten oder gebogenen Armen versehen und war so in verschiedenen Formen seit mehr als 6000 Jahren sowohl in Asien als auch Europa, in Afrika und Mittelamerika in Gebrauch.

Das indische Wort Swastika bedeutet im wörtlichen Sinn "Das (zum) Gutsein (gehörige)", also das Heilbringende, man könnte es mit "Alles ist gut" übersetzen. In der hinduistischen Kultur wird die Swastika mit dem Sonnenaufgang und dem Tag verknüpft, dem Heil, dem Leben und dem männlichen Prinzip sowie dem Gott Ganesha zugeordnet.

Während die Swastika mit nach rechts weisenden Haken in Indien dem Sonnenaufgang, dem Tag, Heil und Leben, als dem männlichen Prinzip und dem Gott Ganesha zugeordnet gilt - allesamt glücksbringende Dinge - steht ihr die Swastika mit nach links gewendeten Haken gegenüber. Sie steht für Sonnenuntergang, Niedergang des Lebens, Nacht, Unheil und Tod und ist dem weiblichen Prinzip und der Göttin Kali zugeordnet.

Im japanischen Buddhismus wird die Swastika auf Brust, Füßen oder Händen von Buddha-Statuen und in Tempeln verwendet und als Weitergabe der Buddha-Natur gedeutet. Als chinesisches Schriftzeichen steht das Hakenkreuz für die Unendlichkeit und bedeutet langes Leben und Überfluss.

Hakenkreuze wurde schon im 5. Jahrtausend v. Chr. auf Keramiken der Donau-Kultur in Südosteuropa verwendet und war hier bereits vor der Einwanderung der Indogermanen in Gebrauch. Auch in der Minoischen Kultur auf Kreta traten Hakenkreuze bereits auf Vasenmalerei auf und wurden seit der Zeit Alexander des Großen zuweilen als Dekoration auf Soldatenhelmen verwendet.

Auch bei den Kelten war das Hakenkreuz, wie Funde aus der vorchristlichen Hallstattkultur zeigen ebenfalls in Gebrauch, verschwand dann aber im Laufe der La Tene Zeit wieder aus der keltischen Formensprache.

Auf den skandinavischen Felsbildern der Bronzezeit erscheint das Hakenkreuz in der Regel nicht mit rechtwinkeligen, sondern mit spiralförmig gebogenen Armen und findet sich in verschiedenen, links- oder rechtsdrehenden Formen als Verzierung auf Alltagsgegenständen und Schmuckstücken durchgehend von der Spät-Bronzezeit über die späte römische Kaiserzeit bis hin zur Völkerwanderungszeit.

Bei den Wikingern und finnischen Völkerschaften wurde das Hakenkreuz ebenfalls auf Alltagsgegenständen, Schmuckstücken und Borten verwendet, was wie bei den Kelten darauf hindeutet, dass die Swastika vornehmlich einen dekorativen und weniger einen mystischen Charakter hatte.

Auch in vielen Gebieten des Römischen Reiches finden sich vor allem Fibeln mit Darstellungen von Hakenkreuzen. Die Römern nannten das Hakenkreuz crux gammata, da die Haken an ein umgedrehtes griechisches Gamma erinnerten.

Im 16. Jahrhundert wurde auf Island wurde ein magisches Zeichen mit dem Namen þórshamarr verwendet, das der Swastika stark ähnelt. Man folgte daraus, dieses Zeichen habe einen Bezug zu dem nordischen Gott Thor, was jedoch nicht sicher belegt ist.

Mit dem Aufschwung der Völkerkunde Mitte des 19ten Jahrhunderts wurden auch die hinduistische, buddhistische und germanische Swastikas neu entdeckt und in der Kunst und Literatur verwendet, ohne jedoch eine politische Bedeutung zu haben.

Doch die gegen 1880 entstandene Völkische Bewegung gebrauchte ab 1910 auch schon das Hakenkreuz als Symbol, das den Aufstieg des arischen Heldentums symbolisieren sollte. Hakenkreuze tauchten von da an des Öfteren in völkischen Publikationen auf.

In der deutschen Novemberrevolution 1918 wurde das Hakenkreuz neben den Farben Schwarz-Weiß-Rot zum Hauptkennzeichen der Revolutionsgegner, es wurde von verschiedenen Freikorps und der rassistischen Thule-Gesellschaft getragen und erschien als Symbol an Hauswänden, Panzerwagen und LKW.

Hitler schien das Hakenkreuz als Symbol zwar nicht besonders beeindruckend; er war jedoch auf der Suche nach einem Zeichen von großer plakativer Wirkung, und dazu schien ihm das Hakenkreuz besonders geeignet.

Anders als Hitler, der den Germanenkult eigentlich für altmodisch hielt und diesen aufgrund seiner mangelnden Kulturleistungen als Gründungsmythos des Nationalsozialismus ablehnte, galt Alfred Rosenberg und Heinrich Himmler das Hakenkreuz als ein archaisches Symbol der arischen Frühgeschichte. 1920 wurde das Hakenkreuz zum Parteizeichen der NSDAP und 1935 schließlich zum zentralen Bestandteil der Flagge des Deutschen Reiches.

Allerdings hatte Friedrich Krohn, ein Mitglied des Germanenordens und der Thule-Gesellschaft, bereits 1919 geraten, ein Hakenkreuz mit nach links gewinkelten Haken zu verwenden, da es nach buddhistischer Deutung ein Talisman für Glück und Gesundheit wäre.
Doch man entschied sich für das nach rechts gewinkelte Hakenkreuz, dem Symbol für Untergang und Tod…

Am 10. Oktober 1945 verbot der Alliierte Kontrollrat schließlich die NSDAP und deren Verbände und Symbole. Auch die Darstellung der Swastika in Deutschland wurde verboten. Doch die Europäische Union hat 2007 den deutschen Vorstößen, Hakenkreuzdarstellungen europaweit unter Strafe zu stellen, eine Absage erteilt. Vor allem Großbritannien und Dänemark mit ihrer weiter gefassten Auffassung von Meinungsfreiheit verhinderten einen Konsens.

So bleibt ein uraltes Symbol, das über Tausende von Jahren in aller Welt Bestand hatte, trotz eines unglücklichen, unverzeihlichen Missbrauchs während eines kurzen Zeitraums von 25 Jahren, der Menschheit glücklicherweise doch weiterhin erhalten.

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