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Goldschmiedekunst

Über die Goldschmiedekunst im Mittelalter

Die Kunst des Goldschmieden ist so alt wie die Entdeckung von Gold in der Geschichte der Menschheit; und bereits in ägyptischer und römischer Zeit entstanden wahrhafte Meisterwerke der Goldschmiedekunst.

In den Wirren der Völkerwanderungszeit kam es zu einem Niedergang, doch die antike Technik der Verarbeitung von Gold und Silber gelangte schließlich in der Karolingerzeit im klösterlichen Raum zu neuer Blüte.

Die vorherrschenden Arbeitsweisen der Goldschmiede waren der Sandguss, Treibarbeiten in Gold- und Silberblechen, Tauschieren, also das Einlegen von Silberdraht in andere Materialien, Filigranarbeit (Herstellung feiner Geflechte aus Edelmetalldraht), Prägen, Gravieren und das Vergolden.

Werkzeuge für diese Arbeiten waren im Mittelalter wie auch heute noch neben dem Treibhammer hauptsächlich Stichel und Feilen, sowie Meißel und Amboss. Unentbehrlich war natürlich die Feinwaage, zum genauen Abwiegen der für die Metall-Legierungen verwendeten Metalle, die in Schmelztiegeln aus Ton verflüssigt wurden und anschließend, z. B. in einer Sandgussform, ausgegossen wurden.

Die Goldschmiedekunst im Mittelalter diente vornehmlich dem liturgischen Bereich oder stand hohen Adeligen zu Verfügung, die sich dieses Edelmetall und die Arbeit der Kunsthandwerker leisten konnten.

Erzeugnisse mittelalterlicher der Goldschmiedekunst waren daher neben Schmuck hauptsächlich liturgische Gegenstände, wie Kerzenständer, Kreuze und Kelche, Hostienteller und Reliquiare, höchst kunstvoll gearbeitete Behältnisse zur Aufbewahrung der kostbaren, unersetzlichen Reliquien, und wundervoll gestaltete Buchbeschläge. Diese Goldschmiedearbeiten waren zudem oft aufwändig mit Edelsteinen und Perlen besetzt oder mit Emaille-Arbeiten geschmückt.

Die Goldschmiedekunst der karolingischen Zeit hatte neben Deutschland insbesondere in England, dem nördlichen Frankreich, Italien und Böhmen eine weite Verbreitung. Zur Zeit der Ottonen kam die Goldschmiedekunst Ende des 10. Jahrhunderts zu neuer Blüte, die ihre Impulse aus antikem Vorbildern bezog und vermehrt byzantinische Elemente aufnahm.

Mit dem Beginn des 12. Jh. änderte sich der Charakter der Goldschmiedekunst. Sie entfernt sich zunehmend von der geistlichen Darstellungsweise der Motive und machte einer eher plastischen, diesseits bezogenen Ausdrucksform Platz. Die Verwendung von Gold trat zu Gunsten von Silber in den Hintergrund, Gold wurde überwiegend nur noch zur Vergoldung gebraucht. Daneben wurde vermehrt die Emaillierung von Gegenständen üblich.

Während im deutschen Raum im 13. Jahrhundert noch an den Formtraditionen der Spätromanik festgehalten wurde, entwickelten sich in Frankreich bereits Goldschmiedearbeiten, die von den architektonischen Einflüsse der Gotik beeinflusst waren. Auch wurde als eine Neuerung im Sakralgerät die Monstranz eingeführt.

Im 14. und 15. Jahrhundert verlor die sakrale Bedeutung der Goldschmiedekunst zunehmend an Bedeutung und machte dem Kunstgewerbe Raum. So wurden neben liturgischem Gerät nun vermehrt profane Gegenstände wie Schmuck und Geschirr gefertigt.

Im Spätmittelalter wurden schließlich auch die sog. Beschauzeichen, aus denen der Feingehalt des Edelmetalls und die Werkstatt ersichtlich waren, in die Goldschmiedearbeiten eingeschlagen - ein erster Qualitätsnachweis.

Verfasst von Peer Carstens, Dippoldiswalde 2013

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