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Bogenbedarf für den Bogenschützen im Mittelalter- und Wikinger-Reenactment

Hier finden Sie Köcher, Pfeil und Bogen.

eine feine Auswahl von Repliken historischer Pfeilspitzen aus dem Mittelalter und der Wikinger-Zeit für das Mittelalter-Reenactment. Dazu Pfeilköcher-Repliken im Mittelalter- und Wikinger-Stil, sowie historische Armschützer für den mittelalterlichen und wikinger-zeitlichen Bogen-Schützen mit Prägung oder klassisch schlicht.

Wiederverkäufer für Mittelalter-Bogenbedarf, Museumsrepliken und Reenactment finden den historischen Bogenbedarf auch in unserem Großhandel. Neue Händler sind gerne eingeladen, sich als Wiederverkäufer in unserem
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03 Schü-Bo Armschützer für Bogenschützen
Bogen-Armschützer aus solidem Rinds-Leder für das... Details
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 schwarz
 braun
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03 Schü-Bo Prä Armschützer mit keltischer Prägung
Bogen-Armschützer mit Prägung Keltischer Knoten. Unentbehrlicher Begleiter für den Bogen-Schützen. Details
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02 PS BroNo Bronzenocke Wikinger - Replik
Bronzenocke - Detailgetreue Replik einer Nocke für den Pfeilschaft aus Bronze nach einem Fund aus der Wikinger-Stadt Haithabu. Maße: 2 x 1 cm. Details
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04 Köcher CE Keltischer Pfeilköcher mit Prägung
Prächtiger Pfeilköcher aus Leder mit keltischer Prägung und... Details
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02 PS-Bodkin Bodkin - Mittelalter-Pfeilspitze
Bodkin-Pfeilspitze für das Mittelalter-Reenactment nach Vorbildern aus dem Mittelalter mit Tülle. Handgeschmiedet. 7,5 x 7 mm, Tülle Ø ... Details
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02 PS-Raute Mittelalter-Pfeilspitze Raute
Reenactment-taugliche Pfeilspitze in Rautenform mit Tülle. Mittelalter-Replik, geschmiedet. 4,5 cm x 1,4 cm, Tülle Ø 9 mm. Details
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02 PS-Blatt Mittelalter-Pfeilspitze blattförmig
Blattförmige Pfeilspitze für das Mittelalter-Reenactmen mit Tülle, handgeschmiedet. Replik für den Mittelalter-Pfeil. 5 x 1,5 cm,Tülle Ø 8 mm. Details
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02 PS-Armbrust Mittelalter-Armbrustbolzen
Armbrustbolzen für das Mittelalter-Reenactment mit Tülle. Von Hand geschmiedet. Replik für die Mittelalter-Armbrust.  4,8 cm x 1,2 cm, Loch: Ø 10 mm. Details
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02 PS-Halbmond Halbmondförmige Pfeilspitze
Reenactment-taugliche Pfeilspitze in Halbmondform. Pfeilspitzen-Replik mit Tülle.  Handgeschmiedet. 4,5 cm x 1,4 cm. Loch: Ø 9 mm. Details
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02 PS-Widerh Mittelalterliche Widerhaken-Pfeilspitze
Widerhaken-Pfeilspitze aus dem Mittelalter mit Tülle für die historische Ausstattung im Mittelalter-Reenactment. Handgeschmiedet. 7,8 x 3 cm, Loch: Ø 7 mm. Details
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02 PS-Brand Brandpfeil-Spitze des Mittelalters
Brand-Pfeilspitze für das Mittelalter-Reenactment mit Tülle. Von Hand geschmiedet. Replik für den Mittelalter-Pfeil. 11 x 2 cm, Loch: Ø 7 mm. Details
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02 PS-Lanzette Pfeilspitze aus der Wikinger-Zeit
Lange lanzettenförmige Pfeilspitze für das Wikinger-Reenactment mit Angel. Pfeilspitzen-Replik von Hand geschmiedet. 16 x 1,3 cm, Angel 5 cm. Details
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02 PS-La-Rau Pfeilspitze aus der Wikinger-Zeit
Lange Pfeilspitze für das Wikinger-Reenactment mit Angel nach einem Fund aus Birka / Schweden. 12,8 x 1,4 cm, Angel 5 cm. Details
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02 PS-Breit Wikinger Pfeilspitze Breitschneider
Breitschneider-Pfeilspitze aus der Wikinger-Zeit mit Angel. Handgeschmiedete Replik für das Mittelalter-Reenactment. 14,8 x 2,1 cm, Angel 4,3 cm. Details
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Mittelalter-Shop und Großhandel
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Mittelalterliche Pfeilspitzen


Die Pfeilspitzen im Sortiment von Pera Peris


Bei Pera Peris – Haus der Historie erhalten Sie eine gut sortierte Auswahl von Nachbildungen historischer Pfeilspitzen, gefertigt nach historischen Vorbildern aus der Zeit der Germanen und Wikinger sowie nach Funden aus dem Mittelalter.
So können Sie bei uns Panzer brechende Pfeilspitzen kaufen wie den typischen Bodkin, der mühelos ein Kettenhemd zu durchdringen vermochte oder den mittelalterlichen Armbrustbolzen, der sogar massive Plattenrüstungen durchschlug.
Die Slawen bevorzugten angeblich Pfeilspitze mit Wiederhaken, die wir ebenfalls im Sortiment führen. Für die Jagd wurden im Mittelalter wie in der Wikingerzeit eher Pfeilspitzen in Blattform oder Rautenform verwendet. Auch sog. Querschneider können Sie bei uns kaufen sowie Brandspitzen, die wie ein Korb geformt waren, und brennbares Material auf den Feind zu schießen.

Im Folgenden finden Sie einen kleinen Überblick über die einzelnen Typen von Pfeilspitzen und ihre Verwendung während der Wikingerzeit und im Mittelalter.

Typen von Pfeilspitzen im Mittelalter


Bereits in der Steinzeit wurden Pfeil und Bogen für die Jagd verwendet. Steinzeitliche Pfeilspitzen waren dabei aus scharfkantigem Feuerstein, Knochen oder Geweih gefertigt, doch auch noch im 3.-5. Jh. nach Chr. wurden germanische Pfeilspitzen aus Knochen und Geweih gefertigt, wie bspw. die Funde aus dem Nydam-Moor in Dänemark aufzeigen.

Durch die ganze Antike hindurch, über die Völkerwanderungszeit und die Wikingerzeit bis zum späten Mittelalter waren Pfeil und Bogen eine effektive und gefürchtete Waffe und selbst noch nach der Erfindung der Armbrust von den Schlachtfeldern nicht wegzudenken.
Bis heute bekannt ist der Ausgang der Kämpfe zwischen Langbogenbewehrten Engländern und schwer gepanzerten Franzosen in den Schlachten von Crécy oder Azincourt…

Die mittelalterlichen Bogenschützen verwendeten dabei Pfeile mit geschmiedeten Spitzen aus Eisen, wobei  neben einfachen Kriegspfeilen auch aufwändigere Jagdpfeile und Übungspfeile sowie Brandpfeile zum Einsatz kamen.
Der mit Abstand bedeutendste Fund historischer Pfeile stammt aus dem 1545 gesunkenen Schiffswrack der Mary Rose, einem Kriegsschiff aus der Zeit Heinrich VIII. Bei seiner Bergung fand man an Bord mehr als 3.500 Pfeile und 137 gut erhaltene Langbögen.

Im Gegensatz zu militärischen Pfeilspitzen, die oft nur mit Wachs befestigt und lose mit dem Schaft verbunden waren, damit die Spitze nach Herausziehen des Pfeils im Fleisch des Gegners stecken blieb, wurde bei Pfeilspitzen für die Jagd darauf geachtet, dass diese durch eine Fadenwicklung solide mit dem Schaft verbunden waren, damit die Spitze beim Herausziehen nicht verloren ging.

Mittelalterliche Pfeilspitzen waren in der Frühzeit üblicherweise mit einer Angel (Erl) versehen, die in den Pfeilschaft eingesteckt und mit Harz, Pech und/oder Wachs festgeklebt und ggf. mit einem Faden umwickelt wurde. Dieser Erle konnte Flach sein (Flachangel), dann wurde die Spitze in einen Schlitz im Pfeilschaft eingesetzt, oder aber rund oder vierkantig sein (Steckangel), dann wurde sie in ein gebohrtes Loch im Schaft gesteckt wird.

Im hohen und späten Mittelalter endeten die Pfeilspitzen dann in der Regel in einer konischen Tülle, die auf den Pfeilschaft gesteckt wurden, wobei die Tüllen oftmals an einer Seite offen blieben, wodurch sie sich besser auf dem Pfeilschaft festklemmten.

Mttelalterliche Pfeilspitze in Blattform


Die Pfeilspitze mit der größten Verbreitung war die Blattspitze, die wie der Name schon sagt blattförmig geformt war und als Spitze für Jagd- wie Kriegspfeile gleichermaßen verwendet wurde.
Die breiten Flügel dieser Pfeilspitze sorgen beim Durchdringen der Beute oder des Gegners für einen breiten Schusskanal durch das Gewebe, ähnlich wie ein Stich mit einem Schwert, was zu schweren Wunden führt, die einen hohen Wundschock und starken Blutverlust nach ziehen.

Die blattförmige Pfeilspitze hat zumeist nur zwei Flügel, ähnlich einer Speerspitze, daneben treten aber schon in germanischer Zeit auch dreiflügelige Pfeilspitzen auf, die eine deutlich größere Wirkung haben.

Auch Pfeilspitzen in Form eines Rhombus waren in Gebrauch und konnten universell für Jagd wie Kampf eingesetzt werden. Neben diesen klassischen Pfeilspitzen gab es bei Germanen, Wikingern und im Mittelalter eine ganze Reihe von Pfeilspitzen mit speziellen Einsatzbereichen.

Halbmondförmige Pfeilspitzen


Welch markige Bezeichnungen und fantastischen Mythen ranken sich um diese spezielle Pfeilspitze in Halbmond- oder y-förmiger Gestalt, den sog. Querschneider… Darmreißer, Sehnentrenner wird sie genannt, Seilschneider oder Segelschneider, ja sogar Roßschinder!

Einem Dum-Dum-Geschoss gleich soll diese Spitze böse Wunden reißen, den feindlichen Pferden die Sehnen der Beine durchtrennen, ja sogar heran galoppierende Pferde zu stoppen vermögen, oder gar die Segel oder noch besser einzelne Seile der Takelage durchtrennen – Der tatsächliche Einsatzbereich war trotz martialischen Aussehens so viel profaner: Die Halbmondförmige Pfeilspitze wurde vermutlich schlicht zur Vogeljagd gebraucht.

Da ein Vogel zu einem großen Teil aus Luft in einem flauschigen Federkleid besteht und der eigentliche Vogelkörper sehr schmal ist, würde eine normale, schlanke Pfeilspitze in den meisten Fällen einfach durch die Federn hindurchgehen und der Vogel allenfalls irritiert aber unbehelligt weiterfliegen.
Tatsächlich sind wohl schon hierzulande putzmuntere Störche entdeckt worden, die irgendwo einen Pfeil afrikanischer Provenienz zwischen den Federn stecken hatten…

Eine Halbmondspitze hat aufgrund ihrer großen, quergestellten Schneide hingegen eine viel bessere Angriffsfläche und bringt den Vogel dadurch entweder aus der Bahn und zum Absturz, bricht ihm einen Knochen oder tötet gleich durch den Schock, wie es von Kleinwild bekannt ist.

Was die These zum Durchtrennen von Segelflächen angeht: Zum einen macht ein Schlitz von 1 cm bei einer normalen Pfeilspitze im Vergleich zu einer 3 cm breiten bei einem Querschneider nicht wirklich einen großen Unterschied, zum andern bestanden die mittelalterlichen Segel auch nicht einfach aus einem riesigen Stück Stoff, sondern waren durchgehend mit verstärkenden Nähten und eingearbeiteten Seilen versehen, die jedweden Riss schon nach kurzer Strecke gestoppt hätten. Selbst bei einem massiven Einsatz dieser Pfeilspitzen hätte man allenfalls ein paar Löcher im Segel, aber immer noch eine bemerkenswert große und intakte Segelfläche gehabt, die zum Navigieren in der Schlacht mehr als ausgereicht haben dürfte.

Noch weniger wahrscheinlich ist die These des Seilschneiders, da ein Pfeil immer um die eigene Längsachse rotiert um überhaupt einen stabilen Pfeilflug zu ermöglichen, zum anderen so dünne Ziele wie Taue selbst bei Massenbeschuss kaum zu treffen sind und zum anderen nur Taue überhaupt durchtrennt werden könnten, die absolut straff gespannt wären.

In Bezug zur These des „Roßschinders“: Angeblich sollen die Sehnen angreifender Pferde mit halbmondförmigen Pfeilspitzen durchtrennt worden sein, so dass die Pferde stürzten und ihre schwer gepanzerten Reiter abwarfen, die auf diese Weise am Boden niedergemacht werden konnten.

Natürlich erscheint es einleuchtend, dass eine breite Schneide die Chance erhöht, dass die Spitze Sehnen und Muskeln durchtrennt. Breite Pfeilspitzen reißen in Abhängigkeit von ihrer Auftreffenergie große und schmerzhafte Wunden ins Gewebe, wodurch ein heranstürmendes Pferd vielleicht nicht gleich gestoppt aber doch scheu gemacht und in seiner Bewegungsfähigkeit nachfolgend beeinträchtigt wird, so dass es allein schon wegen der Schockwirkung und des Blutverlustes schnell kampfunfähig wird.

Ebenso verhält es sich mit Wild, dass durch den Treffer zwar nicht unbedingt sofort dahin siecht jedoch durch den Wundschock Angriffs- und fluchtunfähig wird nicht mehr in der Lage ist, wieder aufzustehen oder zumindest eine verkürzte Fluchtdauer hat, so dass man ihm leichter nachsetzen und es vollends zur Strecke bringen kann.

In diesem Zusammenhang stehen Bildquellen aus der Zeit Kaiser Maximilians I. welche die Verwendung breiter halbmondförmiger Spitzen als Jagdspitzen für die Rotwildjagd zeigen. Man muss dabei allerdings berücksichtigen, dass aufgrund der Breite der Spitze ein tiefes Eindringen nahezu ausgeschlossen ist und den Tieren nur oberflächliche Verletzungen zugefügt werden. Vielleicht gehörte das aber einfach auch zum „Spaß“ an der Sache, damit man dem Tier mit Schweißhunden solange nachsetzen und es geschwächt zur Strecke bringen konnte, damit der hohe Herr ihm dann den Gnadenstoß gab.

Mittelalterliche Pfeilspitzen mit Widerhaken


Pfeilspitzen mit Widerhaken wurden hingegen niemals für die Jagd eingesetzt, sondern sollten im Kampf dem Gegner neben breiten Fleischwunden vor allem große Schmerzen bereiten und das Entfernen der Spitze erschweren. Insbesondere, wenn diese nur lose am Pfeilschaft befestigt waren und beim herausziehen im Gewebe verblieben… Aufgrund des Fundsituation waren Pfeilspitzen mit Widerhaken scheinbar besonders bei den Westslawen beliebt. Dennoh blieben solche Pfeilspitzen im Mittelalter eher die Ausnahme, da ihre Anfertigug wesentlich aufwändiger und materialintensiver war als bei normalen Pfeilspitzen.

Mittelalterliche Panzerbrecher


Ganz anders verhielt es sich mit den sog. Panzerbrechern (Bodkins) die vierkantig oder dreikantig spitz und schmal zuliefen und leicht ein Kettenhemd durchschlagen konnten. Bereits die Germanen gebrauchten solche Pfeilspitzen, die oft sehr lang sein konnten.

Da es im Mittelalter angeblich nicht unüblich war, Pfeile vor der Schlacht in verwestes Fleisch zu stecken, endeten selbst leichte Verletzungen mit Pfeilen aufgrund des späteren Wundbrandes oft tödlich. Selbst wenn die Pfeilspitze das Kettenhemd nicht durchschlug, so reichte ein leichtes Eindringen oft schon aus, eine Infektion hervorzurufen.

Da Bodkin-Spitzen im Mittelalter fast immer aus ungehärtetem Eisen gefertigt wurden, ist es naheliegend, dass diese in erster Linie eine preiswert herzustellende Massenwaffe mit hoher Reichweite aufgrund des niedrigen Gewichts waren.
Zur Durchdringung von Plattenpanzerungen wurde sie wohl eher nicht eingesetzt, da sie gegen die ab dem späten 14. Jahrhundert üblichen Panzerplatten nur minimal wirksam waren.
Im Gegensatz zu den Bodkins waren mittelalterlichen Jagdspitzen jedoch oft auch aus Stahl gefertigt und manchmal sogar mit gehärteten Kanten versehen.

In die Kategorie Panzerbrechen gehören jedoch im Grunde genommen auch die sog. Armbrustbolzen. Diese waren zwar deutlich breiter als die Bodkins, da auch die Armbrustbolzen deutlich dickere Durchmesser als die mittelalterlichen Pfeile hatten, allerdings war die Aufschlaggeschwindigkeit aufgrund der höheren Zugkraft um ein Vielfaches stärker, so dass die Armbrustbolzen auch massive Plattenrüstungen durchschlugen.

Brandpfeile im Mittelalter


Mittelalterliche Brandpfeile waren in der Regel mit einer als kleines Körbchen gestalteten Spitze ausgestattet, in der man brennbares Material befestigen konnte. Besonders Stroh gedeckte Dächer konnten so leicht in Brand gesteckt werden und Chaos und Panik innerhalb der belagerten Mauern auslösen.
Aber auch bei einem Angriff auf hölzerne Festungen oder Schiffssegel war ein Einsatz von Brandspitzen zweckmäßig.
Solche mittelalterlichen Brandpfeile lassen sich übrigens noch heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg bestaunen.

Brandpfeile wurden als Waffe ist schon bei den Griechen der Antike eingesetzt und man konnte Brandpfeile nicht mit Wasser, sondern nur durch Ersticken mit Erde löschen, denn in Brandpfeilen wurden seinerzeit meist ein Gemisch aus Eisenspänen, Salpeter und Schwefel verwendet.
Hierbei wurde Eisenpulver mit Salpeter vermischt und der Brandpfeil mit dem Gemisch in ein mit Wachs getränktes Tuch gewickelt und komplett in flüssigen Schwefel getaucht. Einmal angezündet erzeugt der Schwefel Temperaturen von bis zu 100 Grad wobei das Wachs schmilzt und sich mit dem Gemisch zu einer zähflüssigen teigigen Masse verbindet und der Salpeter wie ein Brandbeschleuniger wirkt.

Im Mittelalter kamen vermutlich eher weniger raffinierte Brandsätze zum Einsatz und das Material für Brandpfeile bestand wohl mehr  aus brennenden Lappe, die mit Öl, Harz, Wachs oder Pech getränkt waren.
Eine sarazenische Abhandlung über das Bogenschießen für Anfänger, die gegen 1410 n. Chr. geschrieben wurde, erwähnt zudem einen Brandpfeil, bei dem als Spitze eine Art Metalltrichter fungierte, in welchem sich eine glühende Eisenkugel befand. Dabei wurde der Pfeilschaft nach dem Abschuss von einer am Bogen befestigten Leine gestoppt und die Kugel flog von allein weiter.

Stumpfe Pfeilspitzen im Mittelalter

Aus der Wikingerzeit und dem Mittelalter sind verschiedene Formen von stumpfen Pfeilspitzen, sog. Blunts, bekannt. Der Kopf dieser speziellen Spitzen war auf der Auftragsfläche abgeflacht oder abgerundet und bestand gewöhnlich aus Holz, das direkt in den Pfeilschaft überging oder aus einem zylindrischen Holzstück mit Bohrung am hinteren Ende zur Aufnahme des Pfeilschafts.
Meist waren solche Spitzen wegen des großen Luftwiderstands tropfenförmig gestaltet.

Verwendet wurden die Blunt-Spitzen vor allem, um kleine Beutetiere in Bäumen zu jagen, Vögel und besonders Pelztiere, denn zum einen würde eine spitze und scharfe Pfeilspitze das erschossene Tier am Baum evtl. festnageln, zum anderen wurde wertvolle Fell des Tiers nicht beschädigt.
Die kolbenartige Spitze hatte die Wirkung einer Keule, mit der die Beute betäubt oder erschlagen wurde, bzw. am Schock starb.

Im 11. Jahrhundert war es bspw. in England erlaubt, Niederwild mit Pfeil und Bogen zu jagen, was mit solchen stumpfen Spitzen möglich war, gebrauchte der einfache Mann aber geschliffene Spitzen, mit denen auch größeres Wild erlegt werden konnte, so riskierte man gehängt zu werden.

Die Funktionsweise von Pfeilspitzen


Wie eine Pfeilspitze auf das Ziel einwirkt, hängt zum einen von der Energie beim Auftreffen ab, bedingt durch Schussentfernung, Bogenzuggewicht und Pfeilgewicht, als auch von der Form der verwendeten Spitze ab.
Die einfache Bodkinspitze oder Feldspitze wirkt ähnlich wie eine kleinkalibrige Pistolenkugel mit sehr niedriger Geschwindigkeit wobei die Spitze tief ins eindringt und das Gewebe zerreißt.
Solche Pfeilspitzen wirken ähnlich wie ein eine Ahle oder ein Nagel, wobei die Eindringtiefe und Durchschlagskraft des Pfeils von der Widerstandsfähigkeit des getroffenen Materials abhängt.

Bei den geflügelten Pfeilspitzen verdrängt die Spitze ebenfalls das getroffene Material, um sich einen Weg zu bahnen ohne das getroffene Material dabei zerreißen, sondern zerschneiden das Material mit ihren Klingen, was weniger Kraft als das Zerreißen beansprucht.
Aus diesem Grund verleihen geflügelte Pfeilspitzen mit scharfen Klingen einem Pfeil deutlich mehr Durchschlagskraft als ungeflügelte, wobei die Eindringtiefe umso weiter reicht je schärfer die Klinge ist, wobei die Form der Spitze nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Einen Schönen Bericht zur Wirkungsweise mittelalterlicher Pfeilspitzen kann man der Publikation Jagen mit Pfeil und Bogen von Saxton Pope entnehmen: „Um einen spitzen Stahlpfeil, wie er in der Schlacht von Cressy verwendet wurde, zu testen, lieh ich mir ein Kettenhemd aus dem Museum, ein schönes Exemplar, das im 15. Jahrhundert in Damaskus hergestellt wurde. Es wog fünfundzwanzig Pfund und war in perfektem Zustand. Einer der Anwesenden im Museum bot an, es anzuziehen und mir zu erlauben, auf ihn zu schießen. Glücklicherweise lehnte ich seine angebotenen Dienste ab und legte sie auf eine mit Sackleinen gepolsterte Holzkiste, um Kleidung darzustellen. Drinnen, in einer Entfernung von sieben Metern, schoß ich mit einer solchen Kraft einen Pfeil darauf, daß Funken aus den Stahlverbindungen wie aus einer Schmiede flogen. Die Bodkin-Spitze und der Schaft gingen durch den dicksten Teil des Rückens, drangen in ein paar Zentimeter Holz ein und wölbten die gegenüberliegende Seite des Rüstungshemds heraus. Der Wärter wurde blaßgrün.“

Klassifikation mittelalterlicher Pfeilspitzen


Der Archäologe Oliver Jessop hat auf Grundlage der Typologisierung von John Bryan Ward-Perkins, die Typisierung britischer und nordeuropäischer Pfeilspitzen aus dem Mittelalter weiterentwickelte und 1996 eine neue Pfeilspitzenklassifikation unter dem Titel A New Artefact Typology for the Study of Medieval Arrowheads vorgelegt, welche die vor über 50 Jahre im London Museum Medieval Catalogue Nr. 7 von 1940 veröffentlichte Erstklassifikation von Ward-Perkins ablösen sollte.

Ward-Perkins stellte aufgrund des äußeren Erscheinungsbilds der Pfeilspitzen eine Klassifikation von 20 Grundtypen vor, wohingegen Jessop's System auf einer Analyse der Funktion verschiedener Pfeilspitzenarten basiert und diese in vier Kategorien unterteilt, denen er insgesamt 28 Grundformen zuordnet.

Literaturhinweise


-    Oliver Jessop: A New Artefact Typology for the Study of Medieval Arrowheads. In: Medieval archaeology. Band 40, 1996, S. 192–205
-    Hubert Sudhues: Wundballistik bei Pfeilverletzungen. Dissertation, Institut für Rechtsmedizin, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 2004.
-    Papst, Saxton. Jagd mit Pfeil und Bogen
-    Strickland M, Hardy R. Der Große Kriegsbogen. Sutton Publishing 2005. Seite 272

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