Keltische Kriegshunde

Ein kleiner Exkurs über die Kriegshunde der Kelten.

Die Bedeutung von Wolf und Hund in der keltischen Mythologie ist vielfältig und nicht nur historisch, sondern auch archäologisch durch Grabfunde gut belegt.

Bei den Kelten waren Hunde durch Gesetze geschützt und der Diebstahl oder die Misshandlung eines Hundes galt als Straftat, denn den Kelten galten Hunde als Hüter der Anderswelt. Gwyn ab Nudd, auch Arawn genannt, war Gott und Herrscher der keltischen Anderswelt, und er wurde auf der Jagd von seiner zwölfköpfigen Hundemeute begleitet.

An den keltischen Fürstenhöfen wurden Jagdhunde gezüchtet und als Geschenke an Häuptlinge und Krieger als Auszeichnung für ihre Treue und ihren Mut überreicht.

In der Antike war bereits der Seguiser, ein vom gallischen Stamm der Seguisianer zur Jagd gezüchteter Hund, verbreitet und weit über die Grenzen der von den Kelten besiedelten Gebiete hinaus bekannt. Der Seguiser war ein erstklassiger Jagdhund mit sehr guter Spürnase, der sich durch ausdauernde Suche und leidenschaftliches Jagen hervortat.
Er eignete sich daher hervorragend als Fährtensucher und wurde nicht nur auf Wild, sondern auch auf Menschen angesetzt, um zum Beispiel entlaufene Sklaven aufzuspüren und zu jagen.

Als die Römer die keltischen Inseln erobert hatten. kreuzten diese ihre eigenen Hunderassen mit den keltischen Hunden und schufen so einen Hund, der sowohl als Kampf- und Kriegshund als auch als Wach- und Jagdhund sowie als Haushund in der ganzen antiken Welt große Berühmtheit erlangte und dessen Ruf sogar bis nach Ägypten drang. Vermutlich entstand in dieser Zeit der gewaltige Greyhound, der irische Wolfshund, der mit 90 cm Schulterhöhe die Größe eines Kalbes erreichen konnte.

Der Irische Wolfshund wurde vor allem zur Wolfs- und Hirschjagd gebraucht. Aber auch im Kampf wurden diese Hunde als Kriegshunde verwendet, um Männer zu Pferd anzugreifen und sie aus dem Sattel zu werfen und die Gegner zu zerreißen.

Römische Überlieferungen berichten voll Schrecken und Ehrfurcht von diesen keltischen Kriegshunden, denn diese machten den römischen Legionären in den Schlachten schwer zu schaffen. Selbst wenn der Kampf eigentlich schon gewonnen war, mussten die römischen Legionäre oft noch gegen die wütenden Hundemeuten der schon besiegten Kelten ankämpfen, die deren Lager verteidigten, obgleich keiner ihrer Herren mehr am Leben war.

Dennoch waren die Römer begeistert von den keltischen Hunden, und römische Berichte geben beredtes Zeugnis von der Einführung dieser beeindruckenden keltischen Hunderasse in die römischen Kultur. So bedankte sich beispielsweise Quintus Aurelius Symmachus um 391 n. Chr. für sieben an ihn geschickte irische Hunde, die bei den Zirkus-Spielen in Rom großes Aufsehen eregt hatten: „Ganz Rom sah sie mit Erstaunen und stellte sich vor, sie wären in Eisenkäfigen hierher gebracht worden.

Verfasst von Peer Castens, Dippoldiswalde 2010

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2 Gedanken zu “Keltische Kriegshunde

  1. Zunächst einmal möchte ich sagen dass ich diese Seite wirklich ausgesprochen gut und informativ finde, vor allem der Teil über die Blankwaffen gefällt mir sehr gut! Bei diesem Artikel möchte ich allerdings hinzufügen, dass der heutige Irische Wolfshund nicht mit den Hunden aus den Zeiten der Kelten gleichzusetzen ist. Sicherlich gab es schon sehr früh große und wehrhafte Jagdhunde, insbesondere für die Jagd auf Wölfe, aber es ist fraglich ob diese tatsächlich die extreme Größe der modernen Irischen Wolfshunde hatten. Tatsächlich waren diese nämlich noch vor zweihundert Jahren kleiner als heute, und ihre Größe resultiert unter anderem daraus, dass die wenigen verbliebenen Exemplare Mitte des 19. Jahrhunderts neben anderen großen Hunderassen unter anderem mit sehr großwüchsigen Doggen gekreuzt wurden. Wahrscheinlich ähnelten die ursprünglichen Wolfshunde noch viel mehr dem etwas kleinerem Deerhound. Ich muss gestehen dass ich keine Ahnung habe ob es irgendwelche archäologischen Funde der „Kriegshunde“ aus keltischer Zeit gibt, welche Auskunft über ihre tatsächliche Größe und ihren Körperbau geben würden. Es ist auch gut möglich, dass diese ursprünglichen Kriegshunde wie viele andere Rassen auch sogar komplett ausgestorben sind, oder ihre Linien derart durch Kreuzungen verwässert wurden, dass ihre aus historischer Zeit bekannten Nachfahren nur noch geringfügige Ähnlichkeit mit ihnen hatten. Jedenfalls waren sie nicht mit den modernen Irischen Wolfshunden identisch.

  2. Hallo Markus,

    die Größe dieser damaligen (Kriegs)Hunde war seinerzeit beeindruckend, da auch die Menschen wesentlich kleiner waren. Mit über 70 cm war ein Hund einst ein Gigant (s. Links unten). Die großen Hunderassen bekamen durch Hochzucht (leider weniger nach vernünftigen Kriterien) und reichhaltige Fütterung (oft aber prinzipiell fehlerhafte) die heutigen teils gigantischen Stockmaße. Allerdings sind genetische Webfehler durch die Linienzucht oft derart verbreitet, dass es bei einigen Rassen kaum mehr mängelfreie Exemplare gibt.
    Vergleiche heutiger Fotos mit alten Fotografien sind lohnenswert, wenn man nach ursprünglichem Aussehen alter Rassen sucht. Auch die Historie gibt bei manchen Rassen Aufschluss über die Größenentwicklung und andere Veränderungen. Doggenartige und bulldoggenähnliche Hunde gab es jedoch schon in römischer Zeit. Man nimmt an, dass die gestromte Farbe bei den Kelten beliebt oder zumindest verbreitet war und in späterer Zeit verdrängt wurde.

    http://www.hundekosmos.de/index.php?option=com_content&view=article&id=63:germanen-und-kelten&catid=43:voelker-und-hund&Itemid=74

    Es gab auch keine so extreme Spezialisierung der Hunderassen, die oft mehr sogen. „Schläge“ waren. Wir denken heute oft, dass kleinere aus größeren Rassen entstanden sind und eine Verkleinerung dieser darstellen, fast immer gingen aber die großen Schläge ebenso wie die kleinen aus den mittleren Schlägen hervor (Pinscher / Schnauzer und Dobermann, Pudel, Wind- und Jagdhunde, Doggenartige).

    Die Kelten hatten bereits Gesellschaftshunde (deshalb nannte ich den Pinscher als alte Rasse)
    http://www.hundekosmos.de/index.php?option=com_content&view=article&id=72:der-keltische-gesellschaftshund-von-rheinau&catid=45:fundorte-und-projekte&Itemid=76

    Aus römischer Zeit findet sich hier etwas im Vergleich zu modernen Hunderassen
    http://www.hundekosmos.de/index.php?option=com_content&view=article&id=74:-roemerzeitliche-hunde-in-augusta-raurica-&catid=45:fundorte-und-projekte&Itemid=76

    Ich vermute, dass sehr viel vom keltischen Erbe in den Braccos und Galgos erhalten geblieben ist, aber es gab gesichert ab dem 8. Jahrhundert Dachsschliefer und ähnlich kurzläufige Schläge, die sogen. Saupacker sowie kleine und große Bärenbeißer. Hunde, die gegen Wildschweine und Bären vorgingen, waren mit Sicherheit auch für Kriege tauglich. Die sind ja nicht ums 8. Jahrhundert vom Himmel gefallen, sondern hatten Vorfahren mit ähnlichen Eigenschaften.

    Grüße

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