Zur Axt im Altertum

Wissenswertes über den Gebrauch der Axt im Altertum

Im indogermanischen Kulturraum war die Axt in der Vorzeit nicht nur Waffe oder Werkzeug, sondern die Axt wurde seit der Steinzeit auch als Statussymbol und zu kultischen Zwecken gebraucht.
Bereits in der Jungsteinzeit wurden elegante Äxte aus fein poliertem Stein gefertigt, die auch heutigem Designverständnis gerecht würden. Besonders die sogenannte Bootaxt-Kultur, benannt nach ihren charakteristischen bootsförmigen Äxten, war hier maßgeblich. Doch auch auf Felszeichnungen finden sich zahlreiche Abbildungen von Äxten, die die hohe Stellung der Axt in der Gesellschaft verdeutlichen.

Äxte der Bronzezeit

Nach einem kurzen Intermezzo in der Kupferzeit kam es im Laufe der Bronzezeit schließlich zu einer regelrechten Explosion von gegossenen Äxten, insbesondere von sogenannten Randleisten- und Tüllenbeilen aus Bronze, die überall in Europa in großer Zahl bis hoch in den Norden gfunden wurden. So fanden sich kunsthandwerklich hochwertig gearbeitet Äxte von nahezu demselben Typ sowohl in Griechenland wie In Schweden, in Spanien und England – Zeugnis der schon damals weit verzweigten Handelsbeziehungen unter den Völkern.

Viele Völkerschaften empfanden die Axt insbesonders als göttliches Attribut, wie für den keltischen Gott Tartanis, den slawischen Gott Perun, den griechischen Göttervater Zeus, den römischen Gott Jupiter und den mesopotamischen Inanna belegt, die alle in einer kultischen Verbindung zur Axt standen.
Im minoischen Kulturraum auf Kreta gab es einen großen matriarchalischen Kult, der seinen Ausdruck in der Doppelaxt fand, wobei diese als zunehmende und abnehmende Mondsichel verstanden wurde und gleichzeitig die Hörner des Minotaurus versinnbildlichten, der mit dem Geschick der Minoischen Kultur so eng verbunden war.

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Im römischen Reich wurden Rutenbündel mit eingesetzten Äxten als Rechts-Symbol verwendet und bei Gerichtsprozessionen den Richtern vorangetragen. Das waren die sogenannten Fasces, die Rutenbündel, und diese wurden in späterer Zeit schließlich namensgebend für die Italienischen Faschisten und von diesen als Machtsymbol mißbraucht.

Im Krieg diente den Römern die Axt nur als Werkzeug, denn der Kampf erfolgte nur mit Schwert, Lanze und Wurfspeer. Doch für den Bau der zahlreichen Feldlager war die Axt für die römischen Legionen (überlebens-)wichtig.

Im Gegensatz zu den Römern war die Axt bei den Germanen durchaus auch als Waffe im Gebrauch, und man möchte sich ncht vorstellen, wie eine wilde Horde axtschwingender Germanen in eine römischen Kohorte eingebrochen ist…
Die Äxte der Germanen waren jedoch keine riesigen Monster-Äxte à la Conan, sondern in der Regel kleine, unauffällige und handliche Äxte, die hinter den Gürtel gesteckt getragen wurden und in Friedenszeiten so stets für die alltäglichen Verrichtungen in Haus und Hof zur Hand waren. Von Funden von Moorleichen sind uns eine Vielzahl solcher Äxte erhalten geblieben. Die Germanen pflegten ebenfalls einen Axtkult, der vornehmlich im Zusammenhang mit den Göttern Tyr und Wotan stand.

Als Axt des Volkes ist insbesondere die  Franziska bekannt geworden, die berühmte Wurfaxt der germanischen Franken, die jeder fränkische Krieger am Gürtel trug und zur Eröfffnung der Schlacht in die gegnerischen Reihen schleuderte.
Doch nicht nur die Franken trugen die Franziska, auch viele andere germanische Stämme wie Sachsen und Alemannen gebrauchten die Wurfaxt als Waffe.
Neben einfachen Äxten aus Eisen gab es bei den Germanen auch schon solche, die aus in mehren Lagen geschmiedeten Damast-Stahls gefertigt waren und regelrechte Kostbarkeiten darstellten, die vermutlich von Häuptlingen und Heerführern getragen wurden.

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In der Wikinger-Zeit galt die Axt schließlich auch als ein  Zeichen königlicher Würde, wie das Beispiel einer berühmten Axt aus dem Königsgrab zu Mammen deutlich macht.

Wikinger-Bartaxt

Bei den Wikingern war vor allem die Bartaxt verbreitet, die zugleich als Werkzeug bei der täglichen Arbeit und als Waffe auf dem Beutezug diente, und die die Vorteile des geringen Gewichts mit einer breiten Schneide und Materialersparnis vereinte.
Die Axt war, wie schon bei den Germanen, auch bei den Wikingern neben dem Speer mit Abstand die wichtigste Waffe des gemeinen Mannes. Denn sie war einfach zu beschaffen, kostengünstig und diente zugleich im Haushalt als wichtiges Werkzeug. Ein Schwert konnten sich seinerzeit nur  wenige leisten.

Wissenswertes über die  Axt der Wikinger

Dänenaxt

Die furchtbare Dänenaxt, eine gewaltige, langstielige Axt, wurde ursprünglich von den Wikingern verwendet und später von den angelsächsischen Huscarls der königlichen Leibgarde als Statussymbol getragen. Der Teppich von Bayeux, der die letzte große Schlacht zwischen Normannen und Angelsachsen schildert, zeigt auf exemplarische Weise den Gebrauch dieser monsttrösen Streitaxt, deren Schaftlänge Manneshöhe erreichen konte, im Kampf.

 

Verfasst von Peer Carstens, Dippoldiswalde 2012

Bildnachweis:
Wikipedia
Jan Petersen

 

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2 Gedanken zu “Zur Axt im Altertum

  1. Seit einiger Zeit besitze ich das kleine Wikinger-Handbeil. Es ist zierliches und dennoch sehr brauchbares „Damenbeilchen“.
    Ich mache keine Holzarbeiten, benutze es aber gerne zum Spänen von Anmachholz – perfekt geeignet. Durch das moderate Gewicht und den ergonomisch geformten Stiel, kann Frau ermüdungsfrei arbeiten

  2. Pingback: PACKEND: Die Geschichte der Axt

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