Das Gokstad-Schiff

Über das Wikingerschiff von Gokstad

In einem malerischen Landstrich Norwegens, unweit des Sandefjordes, wurde vor rund 1000 Jahren in einem imposanten Grabhügel ein ganzes Wikingerschiff vergraben.
Noch heute misst jener Grabhügel zwanzig Meter in der Breite und 5 in der Höhe, der im Jahre 1880 vom Archäologen Nicolay Nicolaysen ausgegraben wurde, zwei Kilometer von der heutigen Küste entfernt.
Zur Wikingerzeit jedoch lag der Grabhügel von Gokstad wohl noch nahe der damaligen Wasserlinie.

Das Gokstadgrab, benannt nach dem Gokstad-Hof auf dem sich der Grabhügel befindet, ist heute eine der bedeutendsten norwegische Kulturstätten.
Auf dem durch eine niedrige Mauer begrenzten Gebiet des Grabhügels befinden sich auch mehrere Steinplatten, welche den Grundriss des Gokstadschiffes zeigen sowie Informationstafeln, die den geschichtlichen und archäologischen Zusammenhang erkären.

Das Wikingerschiff von Gokstad stammt aus dem Jahre 901 n.Chr. und ist 23,5m lang und 5,2m breit und ist heute im Vikingskipmuseet auf Bygdøy in Oslo neben dem nicht minder berühmten Osebergschiff zu bestaunen.

Das Wikingerschiff von Gokstad wurde in einem bemerkenswert guten Zustand geborgen und bietet eine hervorragende Anschauung von dem Erscheinungsbild damaliger Wikingerschiffe.
Vom Gokstdschiff ist fast alles Wesentliche erhalten geblieben, sogar die Überreste des Zeltes, das sich einst auf dem Schiff befand.

Lange ging man davon aus, dass der bereits in der Heimskringla erwähnte Olav Geirstadalv in jenem Grab bestattet sein musste doch nach der späteren, genaueren Datierung des Schiffes konnte dies nicht zutreffen, da jener Olav zu der Zeit bereits 60 Jahre verstorben war.
Wie auch immer, ein so aufwändiges Begräbnis wurde zur Zeit der Wikinger wohl nur einer hochstehenden Persönlichkeit wie einem König oder bedeutendem Jarl zuteil, und das nicht ohne reiche Grabbeigaben.

So wurden neben dem Gokstadschiff auch zwei kleinere Boote und mehrere Skelette von Tieren geborgen, darunter zwölf Pferde, sieben Hunde, und neben zwei Habichten sogar zwei Pfauen, was den Rang jener bestatteten Person deutlich machen mag.
Aller Wahrscheinlichkeit nach lagen auch reiche Schmuckbeigaben in jenem Grabhügel, die jedoch von Grabschändern geraubt worden sein mussten.
Der Bestattete starb vermutlich auf dem Schlachtfeld und war mit über 1,80 m für die damalige Zeit außergewöhnlich groß und zudem sehr beleibt.
Interessanterweise litt er wohl an einer hormonell bedingten Krankheit, die ihm außergewöhnlich große Ohren und Lippen und eine überdimensionale Nase verliehen hatte.

Das Wikingerschiff von Gokstad wurde bis heute zweimal nachgebaut und erstmalig im Jahre 1893 auf der Weltausstellung in Chicago gezeigt.
Ein zweiter Nachbau stach 1990 unter dem Namen „Gaia“ in See und ist heute noch in der Nähe des Sandefjord zu bewundern.
Anlässlich des 1000 Jahrestages der Entdeckung Amerika durch den Wikinger Leif Erikson  wurde im Jahre 2000 sogar die Seetauglichkeit des Gokstadschiffes bewiesen, indem der Nachbau erfolgreich eine Überfahrt in die vereinigten Staaten meisterte.

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