Horn im Altertum

Die Verwendung von Horn im Alterum

Horn ist das Plastik der Frühzeit. Man kann so ziemlich alles daraus machen, da es sich mit Hitze und Feuchtigkeit gut verformen und hervorragend schnitzen läßt.
So wurden daraus Kämme, Schnallen, Pfeilspitzen, Dosen, Löffel und vieles mehr gefertigt, ja sogar Fensterscheiben. Ein mit Schweinsblase abgedeckeltes Horn ist auch hervorragend geeignet, den Zunder zum Feuermachen trocken aufzubewahren. In späterer Zeit dienten verschlossene Kuhhörner als Aufbewahrungsgefäß für das Schießpulver des Schützen.

Als Rufhorn wurden Hörner bereits sehr früh genutzt, um sich auf See oder in der Schlacht gegenseitig Signale zu geben. Dazu schnitt man einfach die Spitze des Horns ab und konnte so wie bei einer Trompete einen lauten Ton erzeugen.

Schöne Rufhörner aus echtem Horn mit Mundstück aus Messing gibt es auch hier.

Schon in der Zeit der Kelten 500 – 0 v. Chr. wurden Hörner auch als Trinkgefäße genutz, entweder für rituelle Zwecke oder um dem Gast einen Willkommensgruß zu reichen. Oftmals waren diese Hörner reich mit Silber oder Bronze beschlagen und wahre Prunkstücke.
Insbesondere der Wikingerzeit (793 – 1066 n. Chr.) werden Hörner auch als Helmschmuck zugeschrieben, was jedoch ziemlicher Unsinn ist. Dieses Bild von den Germanen und Wikingern ist eher Herrn Richard Wagner zu verdanken, denn Hörnerhelme hat es in Wirklichkeit so nie gegeben.
Trinkhörner fanden jedoch in der Tat Verwendung, wie auch auf dem Teppich von Bayeux gut zu erkennen.

Heutzutage finden Hörner allenfalls noch Verwendung als am Gürtel getragenes Behältnis für den Schleifstein, wenn der Schnitter mit der Sense auf dem Feld ist – oder eben wieder als Trinkhorn für den stilvollen Saufabend am Lagerfeuer. Man benötigt dann nicht einmal einen Ständer, denn die Hornspitze kann man ganz einfach neben sich in in den Boden stecken – so hat man das Horn jederzeit zur Hand. Vielleicht war ja das ganz einfach der Grund für die Beliebtheit des Trinkhorns im Altertum…

Der Kult ums Trinkhorn ging dabei so weit, dass bei  Römern und Germanen  Trinkhörner aus kostbarem Glas benutzt, ja, sogar Hörner aus purem Gold gefertigt wurden, wie die berühmten Goldhörner von Gallehus aus einem germanischen Fund des eisenzeitlichen Dänemarks.

Stilechte Trinkhörner aus echtem Rinderhorn kann man auch hier bestellen.

Verfasst von Peer Carstens, Dippoldiswald 2010

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Ein Gedanke zu “Horn im Altertum

  1. Hallo,

    so viel ich weiß soll sich der Markzapfen im Inneren durch das Kochen so weit lösen, daß man ihn danach gleich herauspuhlen kann. Selber probiert habe ich es allerdings auch noch nicht, aber gehört, daß es eine schöne Sauerei sein soll…

    Bauanleitung für ein Trinkhorn

    Ich las auf einer anderes Seite (eher unglaubwürdig bzw. suspekt) das man das Horn so lange Kochen sollte bis es weich ist, um nun den Hornzapfen mit einem Schraubstock auspressen zu können…

    Zum trocknen des Hornes.:
    Ich habe es versucht… es liegt schon knapp ein halbes Jahr und trocknet so vor sich hin, aber es löst sich kein bisschen das Innenleben.. Also ist diese Methode wohl eher ungeeignet 😉
    Ich habe mir jetzt 2 neue (große) Hörner besorgt und versuche es erneut. Ich berichte vom Ergebnis. 😉
    MfG
    Frefalas

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