Löffel der Wikinger-Zeit

Löffel und Löffel-Spatel im Fundmaterial der Wikinger-Zeit

Löffel aus Birka

Zum Alltagsleben der Wikinger gehörte auch das Essen mit dem Löffel, denn Gabeln waren derzeit noch unbekannt und wurden allenfalls in großer bzw. grober Ausführung dazu verwendet, Fleischstücke aus dem Kochkessel zu fischen. So gehörten zum Essbesteck der Wikinger nur der Löffel und das Messer; beide Bestandteil des persönlichen Besitzes.

Neben den klassischen Holzlöffeln, die in ihrer Form den heutzutage gebrauchten Löffeln eigentlich recht ähnlich sahen, gab es auch sogenannte Löffelspatel, wie sie zum Beispiel in den Wikinger-Städten Haithabu und Birka in mehreren Exemplaren gefunden wurden.

         

Doch anders als heute waren in der Wikinger-Zeit weder Löffel noch Spatel dazu geeignet, Suppe zu löffeln, denn beide waren ziemlich flach. Vornehmlich dürften sie dazu gebraucht worden sein, um Brei und Grütze zu essen, die tagtäglich auf den Tisch der Wikinger kamen.

        

In Bezug auf die Löffel-Spatel ist bisher nicht eindeutig geklärt, ob diese tatsächlich auch als Essbesteck dienten. Denn die Fundlage der Löffelspatel innerhalb von Haithabu zeigt, dass diese ausschließlich im Hafengebiet gefunden wurden, in den Siedlungsschichten kommen Löffel-Spatel jedoch gar nicht vor, wohingegen normale Löffel sowohl innerhalb der Siedlung, als auch im Hafen auftraten. Da der Marktplatz von Haithabu im Hafenareal lag, wäre es denkbar, dass Löffelspatel entweder eine reine Handelsware waren, die in Haithabu selbst nicht genutzt wurde oder dass die Spatel zum Portionieren oder Verabreichen von Waren verwendet wurden. Auch ein Gebrauch für Salben, Honig etc. ist denkbar.

Löffel und Spatel waren meist aus Holz; daneben wurden häufig auch Geweih und Knochen als Ausgangsmaterial verwendet. Insbesondere die Knochen-Löffel waren teilweise sehr schön und aufwändig mit Flechtbändern beschnitzt. Besonders in Birka sind sehr reich beschnitzte Löffel aus Knochen gefunden worden.

         

Diese Handwerkstradition fand ihre Fortführung in den Knochen-Löffeln aus dem hochmittelalterlichen Sigtuna, das das städtische Erbe Birkas nach dessen Verfall angetreten hatte.

    

Repliken historischer Löffel der Wikingerzeit findet man im Onlineshop von Pera Peris

Aus Novgorod sind eine ganze Reihe von Löffeln und Kellen der Wikinger-Zeit bekannt, die herrlich mit Flechtbändern und Drachenköpfen beschnitzt waren. Auch noch im späteren Mittelalter war Novgorod für seine hochwertigen Schnitzarbeiten berühmt.

Ein seltenes Exemplar stellt der Elfenbein-Löffel von Winchester dar, der dem angelsächsischen Kulturraum zuzuordnen ist.

In den Wikinger-Städten York und Dublin sind einige sehenswerte Löfel mit Schnitzereien aus Holz und Knochen erhalten geblieben sowie Löffelstiele mit geschnitzten Drachenköpfen.

Auch eine Reihe von Schöpfern aus Holz sind aus der Wikinger-Zeit gefunden worden, darunter sogar einige bemerkenswerte Funde auf Grönland. Diese wurden z.B. gebraucht, um Korn und Mehl aus Kisten und Säcken zu schöpfen.

Aus Birka sind mehrere Löffel-Schnitzmeser bekannt, die sich kaum von den heute gebrauchten unterscheiden, und die für das Schnitzen von Löffel – damals wie heute – einfach unentbehrlich sind.

Repliken historischer Holzlöffel aus der Wikingerzeit findet ihr auch im Onlineshop von Pera Peris

Verfasst von Per Carstens, Dippoldiswalde 2012

Bilder in Zusammenstellungs von www.Historiska.se mit freundlicher Genehmigung des Staatens Historiska Museet.

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2 Gedanken zu “Löffel der Wikinger-Zeit

  1. Ich hätte da mal eine Frage zu dem Bildnachweiß von Ihnen. Auch wenn Sie angeben das die Bilder hier von Wikipedia sind, bin ich mir bei einigen sehr sicher das sie nicht auf Wikipedia zu finden sind sondern aus dem Bildarchiv des staatlichen Museums in Stockholm sind. Finde es hat einen faden Beigeschmack wenn mir einerseits auf jeder zweiten Seite mit Abmahnung gedroht wird aber andererseits so lustig ohne ausreichende Kenntnissmachung Bilder aus dem Netzt zusammen gesucht werden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Steffen

    • Hallo,

      das stimmt, der Herkunftsnachweis ist richtig. Von Seiten des Statens historiska Museet gibt es allerdings eine entsprechende Genehmigung zur Verwendung des Bildmaterials in diesem Blog. Die Hinweise auf das Kopieren von Texten bezieht sich allerdings auf den Shop, und das hat nicht etwa etwas mit Eitelkeit zu tun, sonern mit Seo. Im Blog befindet sich jedoch kein dahingehender Hinweis. So sollte eigentlich alles in bester Ordnung sein.

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